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Feb 2003 - Die versteckte Wahrheit.

Ende der Woche vom 24. Feb. 2003 bekamen wir erstmalig die Gelegenheit, das

 

Internet Mekka in der Frankfurter "Hanauer Landstraße"

 

zu besichtigen. Jahrelang wurden wir mit hochglanz Werbung bombardiert, wir sollten doch unsere Server in eines dieser "5 Sterne Hotels" bringen, gekühlt, gesichert und gegen Feuer geschützt. Und das alles fast geschenkt.

Als vom Kunden beauftragter Router-Spezialist und Autor dieses Artikels wurde ich per FAX beim Sicherheitsdienst vorangemeldet und kam diesmal sogar 5 Minuten vor 20 Uhr dort an. Nach einer geschlagenen halben Stunde konnten mein Gastgeber und ich endlich per Fingerabdruck und ! Magnetkarte in die heiligen Hallen eintreten.

 

Nachdem wir um 21.30 Uhr endlich wußten, daß die beiden 2 Mbit Leitungen nicht geschaltet waren wie angeblich mehrfach geprüft, konnte ich langsamen Schrittes durch die Schrankreihen wandern und die edle Technik bewundern.

 

Ich muß noch vorausschicken, daß uns bei der RDE im Spätherbst 2002 aus einer Insolvenz ca. 370 (dreihundert und siebzig) große Serverschränke angeboten wurden. Der Clou war dabei, daß davon ca. 350 noch nie einen Server gesehen hatten, also funkelnagel neu waren. Wir hatten zwar Interesse, aber damals keinen Platz mehr. Das hatte sich dennoch herum gesprochen, sodaß uns Anfang Dezember 2002 weitere 1800 (in Worten: eintausend achthundert) ebenfalls neue leere Schränke angeboten wurden und beides jeweils zu völlig unglaublichen Preisen (bei Gesamtabnahme).

Zurück zu diesem "Rechenzentrum"

Zurück zu diesem "Rechenzentrum", es steht auf dem Gelände des ehemaligen Neckermann- Hochhauses und eigentlich waren das alles mal funkel nagel neue Speditions-Lagerhallen mit LKW-Rampen und Alu-Rolltoren, die später einfach von innen zugemauert wurden. Realistisch betrachtet war das bereits eine gigantische neue Investitionsruine aus 1997, die 1999 in Server- Hallen umgebaut worden ist.

 

Also über die Hälfte aller Schränke war fast leer. Nur wenige waren wirklich bis oben hin gefüllt. Etwa ein Drittel war völlig leer oder mit Pappkartons gefüllt. So weit so gut. Das ergibt ja eigentlich eine Perspektive.

 

Es standen dazu eine Unmenge teuerster Cisco Router der Typen 7204VXR und 7206VXR rum, auch mindestens 4 große Cisco 12000 Edelrouter.

 

Wenn jedoch so ein Cisco 72xx, der ganz locker 30.000 Euro kostet, nur einen 100 Mbit Port und eine 34 MBit Karte beinhaltet, nennen wir das bei RDE absolute Verschwendung und fehl investiert.

Wenn dann jedoch haufenweise weitere 155 MBit ATM PA Adapter mit Gummistöpseln auf den Fiberoptik- Anschlüssen drinnen stecken, dann steht dort totes Kapital in ungeahntem Ausmaß rum.

 

Bei den vielen großen Cisco 12000ern, also dem Flaggschiff von Cisco, ist mir das besonders aufgefallen. Dort steckten zu Hauf OC12 (also 622 MBit ATM) Karten unbenutzt oder inaktiv drin und dazu mehrere OC64 (also 2,4 Gigabit ATM) Einschübe ebenfalls unbenutzt mit Gummistöpseln drauf.

So ein Cisco 12000 Router kostet ca. 100.000 Euro und solch eine 2,4 Gbit Karte kostet ca 40.ooo Euro und so etwas kauft man eigentlich nur, wenn man es sofort einsetzten kann. Läuft so ein Cisco 12000 "nur" mit 155 MBit, sprechen wir drastisch von "Perlen vor die Säue" geworfen.

Hier wurde gigantisch fehl investiert

Mein Gespür sagt mir, auch hier wurde gigantisch fehl investiert und ich habe nur eine von ganz vielen (ca. 30) heiligen Hallen gesehen. Aus vielen von diesen Schränken blinzelte auch schon der Pleitegeier heraus, so ist z.B. Genuity pleite und diese Schränke sahen auch so aus.

 

An den meisten Routern kann der Fachmann an den Transmit und Receive Lämpchen sehen, was sich da an Daten in etwa bewegt. Aus unserer Erfahrung mit unserer Cisco Technik hier in Wiesbaden weiß ich, daß es Werktags so ab 18.oo bis 22.oo nochmal einen Schub an Traffic gibt. Hier in Frankfurt war das Blinken sehr traurig, also manche 155er Leitung dümpelte ziemlich vor sich hin.

Facit der ganzen Sache:

as dicke Ende kommt erst noch, wenn den geschwächten Firmen so nach und nach die Puste ausgeht. Also der Pleitegeier bekommt noch viel Nahrung in den heiligen Hallen in der Hanuer Landstraße. Es gibt in Frankfurt auch noch Frankfurt Rödelheim und Eschborn und die Mainzer Landstraße mit riesigen Serverräumen und es gibt auch noch Dreieich und Sprendligen und Offenbach und überall stehen riesige Server-Flächen zum Verkauf an.

Aber wer braucht das alles ?

 

Laut Magazin-Berichten hat Intel seine ganzen Serverfarmen in Europa und USA zum Jahresende 2002 radikal und konsequent dicht und platt gemacht. In London sollen es laut der nicht bestätigten Buschtrommel ca 180.000 Quadratmeter mit tausenden von Schränken (überwiegend leer) und tausenden von (Intel-) Servern ohne ein einziges Web gewesen sein.

Nachtrag in Jan 2004

Inzwischen hat ja Cable & Wireless fast alle europäischen "Operations" geschlossen und aufgelöst. Mit unseren neuesten Aktivitäten im Used Compaq Server Bereich haben wir in den USA gebrauchte Compaq Server palettenweise gekauft. Auf sehr vielen dieser Comapq 1850r kleben edle rote metallic Alu Aufkleber von Cable & Wireless mit Inventar Nummer und Eigentums-Nachweis.

 

Und wir haben nur ca. 30 von mehreren tausend dieser Server kaufen können. Diese Server stammen laut unserem Partner aus großen Server Farmen in der Silicon Vally Bay Area, also südlich von San Francisco. Und Webs haben diese Server auch nie gesehen, waren aber 3 Jahre lang am Netz, also einfach nur an (ca. 160 Watt pro Server).

 

 

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